Artwork: Julia Eichstädt

Das Debutalbum "überall hört der himmel auf." erscheint am 28. März zum Download, auf allen Streaming-Plattformen und als CD. Am gleichen Tag spiele ich ein Releasekonzert im VersuchsHaus, Lübeck. Komm doch vorbei!

Musik

[...]Gegen jede Kälte: Zärtlichkeit als RebellionEine Bestandsaufnahme unserer Gegenwart: Tieden besingt leere Häuser und dunkle Gewässer, beschreibt die Suche nach Heimat und die Unmöglichkeit einen jeden retten zu können. Und, dass Zwei- und Einsamkeit oft nur Augenblicke voneinander entfernt sind.Seine Musik bleibt dabei aber kein Ausbruch von seelischer Tristesse, sondern ist auch ein Ausbruch aus den Verstandeskasernen einer modernen, gefühlsleeren Welt. Mit widerstand zeigt sich, dass in der eigenen Verletzlichkeit und den Gefühlen füreinander ein Schlüssel liegt - Zärtlich sein ist Widerstand!Und nicht jede Tat muss groß sein, auch nicht jeder Mensch ein Held - in dem bildgewaltigen Stück fische aus beton beschreibt Tieden neben den seelischen Untiefen, in die sein Gegenüber versank, auch die Selbsterkenntnis und das Bedürfnis als Held aufzutreten - aus der Sicherheit des Beckenrandes. “Kniehoch in zahmen Fluten” entlarvt er den Strahlenritter, den jeder für seine nächsten spielen will.In der dunkelsten Nacht
Dass inmitten der Dunkelheit auch immer das Licht ist, greift die musikalische Aufarbeitung eines Gedichts von Mascha Kaléko auf. Nachts II. zeigt, Hoffnung braucht nicht viele Worte: „Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond“.
[...]von Lars T.

überall hört der himmel auf - voll schönheit des herbstes und warten auf frühling[...]in ole tiedens musik findet man die schönheit des alltags wieder, ohne sich mit dem alltag allgemein zufrieden zu geben. er lädt seine hörer:innen in jedem einzelnen lied dazu ein, gemeinsam mit ihm zu suchen, ohne immer wissen zu müssen wonach. das alles macht ole tieden ganz in der tradition von liedermacher:innen stehend, die mit ihrer musik sehnsucht aufgreifen und dabei mut und hoffnung machen.seine songs sind zärtlich, sie fühlen sich beim hören an wie ein händchenhalten oder eine dringend nötige umarmung in einem allzu hektischen alltag. sie sind trotzdem nie apathisch, sondern immer eines: poetisch ehrlich und ehrlich poetisch. ole tieden präsentiert dazu eine stimme voller zuneigung. “zärtlich ist der widerstand” und der zartheit seiner stimme ist nicht zu widerstehen. zwischen all seiner lyrischen texte singt ole tieden auf “überall hört der himmel auf” von stirnküssen für die gegenwart und stetem hoffen für das morgen, die sehnsucht, aber auch von hoffnungsvoll-fordernden momenten.in seinen texten ist ole tieden nah- und greifbar, jedes gefühl, von dem er singt, ist radikal ehrlich. wenn er auch im ersten song seines albums (“gänseangst”) davon singt, “jemand hat die wörter geklaut / mit bloßen händen / und deine stimme zwischen vielen / kann ich nicht finden”, so schafft er es trotzdem immer wieder, exakt die wörter zu finden, die es braucht. auch im achten song (“widerstand”) fragt in seinem gesang “Wann fließt mein Weh aus allen Schleusen gnadenlos, dass ich ein Leuchten seh?” - genau dieses weh fließt beim hören dieser songs aus allen schleusen gnadenlos, aber lässt die hörer:innen ein kleines stückchen hoffnungsvoller zurück, als sie es vorher vielleicht waren.[...]von brutto bankert (@schlingensiff)

Konzerte

28.03.2026 | Lübeck | VersuchsHaus ‒ Releasekonzert


09.04.2026 | Husum | Na­tio­nal­park-Haus ‒ Ringelganstage


16.05.2026 | Bülstedt / 13 Uhr | KulturLandKultur
16.05.2026 | Weertzen / 16 Uhr | KulturLandKultur

Du kennst ein Festival oder eine Location, die zu meiner Musik passt? Schreib mir gern!

TExte

eins. (gänseangst)


jemand hat die wörter geklaut
mit denen hätt ich gern noch häuser gefüllt
in blauen wänden
jetzt liegt ein schweißnasser fiebertraum
als leere hülle
in meinen bloßen händen
raus aus dem fenster
raus mit dem papier
da folgt es den zuggänsen, wenn schon nicht mir
wo sie satt und fett fliegen,
bleib ich bei den hungrigen
die das hungrig sein lieben
oder darüber lügen
jemand hat die wörter geklaut
mit bloßen händen
und deine stimme zwischen vielen
kann ich nicht finden

Ach sag, die Tiefsee


Weht der Gleichwind
über die Dächer
schreit ein Kleinkind
in seinen Fächer
Schreibt der Fernzähler
seine starren Weiten
in deinen Bauchnabel,
um dort wohnen zu bleiben.
Ach sag, die Tiefsee ‒
gründet die schon lange hier
irgendwo im Tiefschnee
und darunter bangen wir
Irgendwo in Mecklenburg
zwischen Kopf und Zahl
wenn du nicht zufrieden bist
wirf die Münze noch einmal
Ich hab dich ‒
in der Haut.
Im Fingerzittern
Und da, wo sonst nie jemand hinschaut.
Ich hab dich ‒
tief unterm Bauch.
Du sagst: Sag nix.
außer mit deinen Küssen.
war nur ein Witz,
im Wahn geborn, der heißt: Vermissen.
In dem altem Katzenfell,
das nach Regen riecht
da wohnt auch die Heimat drin,
wo immer das liegt.
Ach sag, die Tiefsee ‒
gründet die schon lange hier
irgendwo im Tiefschnee
und darunter bangen wir
Irgend in den Zwanzigern.
zwischen Haus und Bett.
pack deine Sorgen sorgfältig ein.
und nimm die Tasche nicht mit.
Ich hab dich ‒
in der Haut.
Im Fingerzittern
Und da, wo sonst nie jemand hinschaut.
Ich hab dich ‒
tief unterm Bauch.
Ich hab dich ‒
im Gewissen.
Bei jedem Gewitter
Und du liegst tränennass auf meinen Kissen.
Ich hab dich ‒
in der Haut.
Im Fingerzittern
Und da, wo sonst nie jemand hinschaut.
Ich hab dich ‒
tief unterm Bauch.
Wo wir hinschauen,
dass geht ja sowieso nur uns und unsre Augen was an
Wo wir uns hintrauen,
weiter als es im gemachten Bett ausgedacht war.
Wo wir hinschauen,
wollen wir uns das denn wirklich verwehrn,
Wo wir hinwollten,
das ist schon lange her,
das ist schon lange her

aber naja.


aber naja.
Dass wir jetzt schon über Früher reden,
wenn der Frühling kommt,
liegen wir brach.
Vielleicht wäre schließlich alles gut gegangen.
Datt fracht man sich immer danach.
Im Netz wohnt keine Zärtlichkeit,
dabei sind doch alle immer da
und warten aufeinander – aber naja.
Und eine Stimme durch einen Schlauch
sieht nicht mal müde sieht nach gar nichts aus,
wir hören Fadenschatten – aber naja.
Eine Woche ist es aufregend,ein Monat ist hart
und ein Jahr und ein Jahr und ein Jahr ist nicht auszuhalten, wenn man mal drüber nachdenkt – aber naja.
Das, was wir machen, ist gut. Ist richtig so.
Das Essen, das wir essen ist lecker,
bloß zählt auch wo.
Worüber die lieben Sorgen rennen,
über den Haufen.
über die Straße, während die Rettungswagen brennen.
Wir sind nur kurz rückwärts eingeparkt
in das, was manche landläufig endgültig Ankommen nennen.
– Wenn sie angekommen sind.
Worunter die Frühblüher schlummern,
unter dem Ärger
unter dem Teppich, wo auch die Alten ihren Kummer hinkehren.
Wir sind hier nur kurz falsch abgebogen,
rufen Sie doch zurück; u
nter einer andern Nummer. Und jetzt ‒
bitte küssen Sie mich lieber als den Rest.
aber naja.
Dass wir jetzt schon über Früher reden,
wenn der Frühling kommt,
liegen wir brach.
Vielleicht wäre schließlich alles gut gegangen.
Datt fracht man sich immer danach.
Über den Sümpfen liegt Bauchnebel
In seinen Eingeweiden dürfen wir nicht bleiben.
Da muss es doch rausgehn.
Worüber die alten Dichter sangen,
über die Schönheit, das Höhere Glück,
mit Birnenschnaps an ihren runden Wangen
Das ist im Grunde doch recht schön,
der Wohlstand spült uns windelwarm
um noch 'ne Nacht und einen Blick aufs leere Bett zu überstehen,
und dann alleine schlafen gehen.
aber naja.
Dass wir jetzt schon über Früher reden,
wenn der Frühling kommt,
liegen wir brach.
Vielleicht wäre schließlich alles gut gegangen.
Datt fracht man sich immer danach.
aber naja.
Solange alles seinen alten Gang geht
im Einheitsschritt,
schütten wir brav
unsere Einsamkeit in volle Taschen.
Und sehnen uns nur noch viel eher danach.
aber naja.
Solange du mein Haupt in deinen Schoß legst
bis ein Licht aufgeht,
ein anderer Tag.
Ist denn schon einmal alles gut gegangen?
Datt fracht man sich immer danach.
aber naja …
Es ist ja nur ein kleines Stück zu gehen
Auf diesen halbverblassten Blumenwiesen,
und die Leute die von Zeit zu Zeit vorüberwehn
Lächeln freundlich bis sie weitergehn.
aber naja ...
Es is ja nur ein kleines Stück zu gehen
Mit einer Hand in einer Hand in schweren Laken
Die roten Tage, die von Zeit zu Zeit vorüberwehen
Bist du dir sicher, dass die warten?

fische aus beton


In deinem Garten liegt ein See.
Mit einem herbstversumpften Ufer.
Ob darin noch ein Wesen lebt und nach dir luschert?
Ich sag ja gar nicht, dass er hübsch ist.
In seiner Tiefe leben Fische aus Beton.
Nur dass ich gerne daran steh.
Wie die letzten Brachvögel.
Und wenn ich könnte, flöge ich wie sie davon.
Mit klirren Händen schöpf ich tropf
einen Liter Wasser heim.
Kühle deinen fremden Kopf oder lass es lieber sein.
Ich sag ja gar nicht, es wär mein Bier.
Und trink es aus so schnell ich kann.
So gerne hielt ich deinen Schopf. In der Mitte deines Sees.
Und tauchte dich gesund daran.
Aus dem Ried
weht in die Wolken dein Gebet,
wohin man sieht,
ist verschwommen.
Hallo und Abschied.
Was hier geschieht,
bleibt klamm und winkt, bevor es durchdreht.
Wo bleibt dein Ton vor lauter Lied?
Dein Lachen rührt das Wasser kaum.
Hämisch locken Wasserschnecken.
Du willst - ein Traum in einem Traum - dich drin verstecken.
Ich sag ja nicht, ich muss dich retten.
Mir reicht es voll, ich wär ein Held.
Und während ich - ein Strahlenritter - kniehoch in zahmen Fluten steh.
Hast du mich nie bestellt.
In deinem Garten liegt ein See.
Mit einem herbstversumpften Ufer.
Ob darin etwas sich noch regt, ein Fernbesucher.
Ich sag ja gar nicht, dass er falsch ist.
In seiner Tiefe leben Fische aus Beton.
Nur, dass ich gerne daran steh.
Rosa und einbeinig.
Und wenn ich könnte, flöge ich schon längst davon.
Aus dem Ried
weht in die Wolken dein Gebet,
wohin man sieht,
ist verschwommen.
Hallo und Abschied.
Was hier geschieht,
bleibt klamm und winkt, bevor es durchdreht.
Wo bleibt dein Ton vor lauter Lied?
Aus dem Ried
weht in die Wolken dein Gebet,
aber dass du raussiehst,
Ist mutig,
eine schöne Absicht.
Was hier geschieht,
im Wintergarten - vielleicht blüht es darin schon.
Denn wo bleibt dein Lied vor lauter Ton?

viel zu bald


Wetterwechsel: Kühl zu
Und eine scheue Sonne an den Mauern.
Wo bleibt die Zeit, sich zu bedauern?
Hier am Ufer reicht die Trauer aus.
Zu zweit steigt man den Kahn hinauf.
Um kurze Zeit darauf allein nach Haus zu fahrn.
Es schreit: Wohin ihr geht, liebt euch mit Haut und Haarn!
Und bleibt nur kurz, dann gebt euch auf.
Mein Gesicht leg ich in nicht mehr fremde Hände.
Erst kommt das Licht und dann das Ende.
Das Jahr wird alt wie ferne Schlösser,
leuchtet bunter als der Wald.
Noch friert's nicht, weil ein Lied zu singen ist.
Viel zu bald wird alles besser, wird gesund,
gibt festen Halt.
Ob wir uns wiedersehen, bleibt ungewiss.
Ein fremdes Tier hat mich gezähmt.
Und eine Flaschenpost tief in mein Meer versenkt.
Bin ich's der Wärme stiehlt und sie wem anders schenkt?
Und hat sich wer für mich geschämt?
Ein fremdes Tier läuft rasch davon
Wenn's nicht gerade selbst auf einen Raubzug geht.
Oder verschläft – es ist wohl kaum zu spät,
Um Adé zu sagen und Pardon.
Ich seh nicht ein, dass immerzu ich nur der Fremde bin.
Erst kommt das Ende, dann der Anbeginn.
Das Jahr wird alt wie ferne Schlösser,
leuchtet bunter als der Wald.
Noch friert's nicht, weil ein Lied zu singen ist.
Viel zu bald wird alles besser, wird gesund,
gibt festen Halt.
Ob wir uns wiedersehen, bleibt ungewiss.
Auch im Frühjahr klebt der Herbst noch an den Mauern.
Malt mit grobem Pinsel Sehnsucht, Heim und Weh.
Und dann spülen, was er malte, milde Schauern
Lichtbenetzt in eine wilde See.
Das Jahr wird alt wie ferne Schlösser,
leuchtet bunter als der Wald.
Noch friert's nicht, weil ein Lied zu singen ist.
Viel zu bald wird alles besser, wird gesund,
gibt festen Halt.
Ob wir uns wiedersehen, bleibt ungewiss.
Kühl zu Grau ein Leben lang.
Und eine scheue Sonne an den Wänden.
Seit Anfang dreut es düster von den Enden.
Ich ruf zurück, solang ich singen kann.

Auch hier, über die Unruhe


Es gibt keine Lieder mehr,
die glücken, die Brücken verrücken
und hinterher
deine Furcht unter Decken verstecken.
Denn die Häuser sind leer.
Und die Betten sind leer.
Es gibt keine Lieder mehr.
Es gibt keine Lieder mehr,
die leuchten, die Monster verscheuchen,
ihnen den Rücken kehren,
sie aus bitteren Tagen verjagen.
Denn die Häuser sind leer.
Und die Betten sind leer.
Es gibt keine Lieder mehr.
Und doch darf ich singen,
aus dem Trüben gefischt,
wo der Wahn an den Wänden verwischt,
den die närrischen Wüter einfingen.
Der Wahn, der in Gräben gegossen
und in Gräbern erstickt,
in blutigem Ödland liegt,
sang- und klanglos erschossen.
Denn die Häuser sind leer.
Und die Betten sind leer.
Es gibt keine Lieder mehr.
Es gibt keine Lieder mehr,
die retten, traute Stimmen aus Ketten
befreien und schwer
geht der Wind über waise Villen wie Gleise,
Denn die Märkte sind leer.
Und die Straßen sind leer.
Und es gibt -
Und es gibt keine Lieder mehr.
Es gibt keine Lieder mehr,
die trösten, im aufgelösten Getöse
der Schlacht, deine kalte Brust wärmen ‒
Deiner verzweifelten Pflicht die Waffen strecken,
sie nehmen oder nicht.
Denn die Hände sind leer.
Und die Felder sind leer.
Und die Augen sind leer.
Und die Tränen sind leer.
Es gibt keine Lieder mehr.
Und doch darf ich singen,
aus dem Trüben gefischt,
wo der Wahn an den Wänden verwischt,
den die närrischen Wüter einfingen.
Der Wahn, der in Gräben gegossen
und in Gräbern erstickt,
in blutigem Ödland liegt,
sang- und klanglos erschossen.
Und doch muss ich singen,
wie ein Trübwasserfisch,
dem in der sonnigen Gischt,
seewärts Schreie erklingen.
Denn die Straßen sind leer.
Und die Häuser sind leer.
Und die Betten sind leer.
Und es gibt -
Und es gibt keine Lieder mehr.

in den nächten


In den Nächten liegt Benzin.
In den leergefegten Höfen.
Auf den fettverschmierten Öfen.
An den Rändern flachen Atems
wird geschubst, gebellt, geschlagen
bis von Dannen heimwärts zieht.
In den Nächten liegt Zuhaus
mit herausgebrochnen Fenstern.
Noch ist es warm und die Gespenster
werden im Herbst herbeigelogen.
Ein warmes Bett wartet dort oben -
Noch sieht es beinahe friedlich aus.
In den Nächten treibt der Schweiß
klamme Kleider an die Glieder.
Heiß und kalt und auf und nieder
dreht der Kopf sich um die Beine.
Wozu ein Zimmer ganz alleine?
Und die Straße dröhnt zu leis.
Wir wollen die Haut nicht mehr bedecken
jeden Flecken, jeden Winkel
mit Zärtlichkeit verstecken.
Wir sollen tief unter die Erde,
die Kissen, die Küsse –
und unerträglich leichter werden.
Wir hätten's wissen können...
Wir hätten's wissen können...
In den Nächten liegt das Glück
und der Ekel und die Gier.
Unter dem Atem eines Tiers.
Lauernd in verlorenen Brüsten.
Dass wir's schließlich besser wüssten,
bringt uns das den Tag zurück?
In den Nächten lag das Lied,
das du für mich am Abend sangst,
das nocheinmal und mehr verlangt,
in Trommelfelle eingewebt,
den engen Raum mit Zeit belebt
und unterm Bett zerdacht verschied.
In den Nächten liegt der Traum
einmal noch, nur diese Nacht
von leichtem Fingerstreich umfasst
und wie ein Heim bedacht zu sein.
Nur etwas weniger allein.
In einem etwas sichren Raum.
Wir wollen die Haut nicht mehr bedecken
jeden Flecken, jeden Winkel
mit Zärtlichkeit verstecken.
Wir sollen tief unter die Erde,
die Kissen, die Küsse –
und unerträglich leichter werden.
Wir wollen nicht weniger als alle
Versprechen versprochen sehen,
eh wir in Dämmer fallen.
Wir sollen so viele Nächte schweigen
und schwelgen in Träumen
und in den Träumen selig bleiben.
Wir hätten's wissen können...
Wir hätten's wissen können...

widerstand


Ein Schönes Haus
Der Schrei fährt in die Glieder und ich stimme laut
Mit ein. Hinaus – Am Boden klebt ein klägliches, verloren flehndes Tier.
Das sind nicht mehr wir.
Die dünne Haut
verdruckt, verroht, verjagt und in Tang getaucht.
Hat mich neu getauft: der Schrecken einer roten Nacht
verglüht im Jahre acht – und ausverkauft.
Wir hören nicht mehr auf
Einander verlassen wir kaum
Fliehn unfertig gegen die Wand
Zärtlich sein ist Widerstand
Mein warmer Bauch
Verflucht, was aus dem Leim geht – wie fangen wir's auf?
Fängst du mich ein? Weil jener, neben dem ich fuhr, der fährt mich nicht mehr heim.
Und ich, ich schlafe nur.
Viel viel zu kalt
ist's, wie ich deine schlaffen Finger in den meinen halt.
Wann fließt mein Weh aus allen Schleusen gnadenlos, dass ich ein Leuchten seh?
Ich frage bloß.
Wir hören nicht mehr auf
Einander verlassen wir kaum
Fliehn unfertig gegen die Wand
Zärtlich sein ist Widerstand

mehr nich


Durch meine italienischen Jalousien
Kommt das Licht jeden Tag anders heraus. Wir ziehen
An den Strippen, wo kein einiziges Bein dran hängt
Und machen Pause, nur kurz.
Ist schon ein graubemähnter Herbsttag und Vögel fliehen
Jetzt nur noch einzeln und vergessen in den weiten Süden.
Nichts zu machen, hat uns angestrengt.
Wir bleiben Zuhause.
Wenn ich dich da so sitzen seh,
da kommen mir schmutzige Ideen.
Einen Monat Flausen, du und Tee.
Die allgemeine Dreckigkeit von Dingen ist ja
Objektiv nun wirklich nicht so einfach messbar.
Da hilft es nur auf das bisschen Verständnis zu bauen,
das am Abend noch besteht.
Was das angeht, bin ich bei dir trotzdem ziemlich sicher,
dass du nicht böse mit mir wirst, vielleicht sogar kicherst.
Und dass du mir, was die Garheit der Erbsen im Ofen angeht, vertraust,
so wie die Schwermut vergeht.
Wenn ich dich ...Schön wars, als wir dachten,
wir würden nochmal baden gehen.
Nur weil der Sommer längst vorbei ist,
kann das ja immer noch geschehen.
Schön wars, als du lachtest.
Du konntest kaum noch gerade stehen,
Weil wir uns so kitschig liebten,
gegen Mitternacht hast du mich um meine Furcht gebracht.
Durch meine italienischen Fensterverdecker
Kommt das Licht jeden Tag anders herein. Wir meckern
Immer weniger als noch vor ein paar Wochen,
Wenn die Katze die Toilette nicht trifft.
Und wir am Morgen, statt am Brötchentisch, auf allen Vieren
übern Perserteppich reibend die Geduld verlieren.
Über den Ekel meiner Augen musst du lachen,
Glaub nicht, ich hätte mich im Griff. Nee, nicht bei dir.
Wenn ich dich ...

überall hört der himmel auf.


form mit den fingern, ein dreieck, zwei kreise
eine weiche schlafhose nimm mit in die welt
nimm mit auf die reise
fahr, fahr, wo der see ruht, leg brach dein feld
die berge herunter, den berg hinauf
voll weh ruft das land, bleiche seele, so leise
überall hört der himmel auf.
---folge den händen – wo gehst du, mein herz,
hin mit den träumen, dem blick und dem bett,
das nicht mit dir fährt.
fahr, fahr, wo der süden fällt, heiter und fett
die berge herunter, den berg herauf
vergiss schon am morgen, wer nachts dich begehrt
überall hört der himmel auf.
---was möchtest du finden – wie weit wie weit
muss ein schneehase reisen um das weiß zu verliern
Und sein vorjahreskleid?
fahr, fahr, aber halt, wenn du wiederkehrst
mich die berge herunter, den berg hinauf
vergiss nur zum teil mich, das land ist weitüberall hört der himmel auf.

Presse

Über Ole TiedenSeit früher Jugend schreibt der gebürtige Schleswiger Ole Tieden (plattdeutsch für „alte Zeiten“) Lieder. Belohnt wurde er bereits 2016, als er mit 18 Jahren Preisträger des Treffens Junge Musikszene Deutschland, einem Wettbewerb der Berliner Festspiele wurde. In den kommenden Jahren nahm das Theater den Großteil seines Lebens ein. Von 2017 an folgten auf die Ausbildung zum Schauspieler auf der Insel Usedom mehrere Engagements an Deutschen Bühnen (Eisenach, Hildesheim u. a.). Von Anfang an brachte er seine musikalische Schaffenskraft in fast alle Stücke ein, komponierte, arrangierte und sang regelmäßig für Theaterproduktionen. Begleitet von Komponist und Musiker Stefan Wurz erscheint nun Ole Tiedens Debutalbum „überall hört der himmel auf.“, in dem sich Lieder aus den letzten zehn Jahren finden.

Hier kann Pressematerial für Veranstalter:innen und Medienschaffende runtergeladen werden.

Fotos: Jason Tied

Kontakt

Booking und alle anderen Anfragen bitte an: [email protected]


ImpressumOle Tiedenvertreten durch:
Ole Riebesell
Wakenitzmauer 118
23552 Lübeck
E-Mail: [email protected]
Die Inhalte unserer Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Ole Tieden übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen Ole Tieden, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens Ole Tieden kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt.Haftung für LinksDas Angebot dieser Seite enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Links umgehend entfernen.UrheberrechtDie durch den Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers. Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte umgehend entfernen.